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Verlauf
Moin, danke für deine Anteilnahme. Ja, ich bin schon etwas frustriert. Aber nicht direkt wegen des Rückfalls. Eher wegen des Selbsthasses, wegen meiner Lethargie, meiner Antriebslosigkeit, der Depression. Alle diese Eigenschaften die mich so ausbremsen. Diese Krankheit die mich schon so lange begleitet.
Die negative Energie umzulenken wie du es vermutlich meinst gelingt mir kaum.
Die Einsamkeit ist manchmal das schlimmste. Ich habe früher geschrieben bezüglich der Genesung von Pornographie wäre der Status Single hilfreicher. Da bleibe ich auch bei.
Aber was Erotik und das Erleben von gemeinsamer Sexualität betrifft ist es natürlich suboptimal. Gleichzeitig will ich mich jetzt nicht zwanghaft auf die Suche machen nur um mit irgendjemand Sex zu haben. Für mich zählt da so viel mehr dazu. Immerhin ist es mit das Intimsten, das wir teilen können mit einem anderen Menschen.
Naja, es geht weiter.
Und was den Counter betrifft:
Solange ich  nicht wieder stundenlang vorm Rechner sitze und wichse lasse ich ihn weiterlaufe
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Keine weiteren Rückfälle, keine Steigerung. Das ist gut. Unabhängig davon wie es sonst in meinem Leben gerade läuft (ziemlich beschissen) konnte ich diesen
"Mini-Rückfall" einfangen und nicht eskalieren. Das ist für mich (auch wenn ich es jetzt nicht so wahrnehme) ein riesiger Fortschritt.
Früher hätte ich meinen Gedanken sofort nachgegeben, hätte wieder alle alten Seiten geöffnet und so lange gewichst bis ich wund gewesen wäre. Heute kann ich meine Gefühle und meine Ängste aushalten.
Auch wenn es emotional überhaupt nicht ankommt bei mir kann ich es zumindest schriftlich hier fixieren.
In diesem Sinne strebe ich nach Fortschritt nicht nach Perfektion (nicht von mir, der Spruch).
Ich sehe es als ein Warnzeichen wie stark das Ganze noch in mir verankert ist. Wie leicht es wäre wieder in Pornographie zu versinken.
Wie ich gerade in einem anderen Tagebuch schrieb: Niemand hat uns gezwungen Pornos anzuschauen. Das ist immer nur unsere Entscheidung.
Wir sind keine Opfer der Umstände sondern haben uns letzlich immer dafür entschieden. Auch wenn am Ende des Weges kaum noch erkennbar war, dass es eine Entscheidung ist. Denn am Ende wirkt wirklich alles nur noch zwanghaft und es ist überhaupt keine Lösung mehr erkennbar. Genauso wie ich mich für Pornos entschieden habe kann ich mich auch dagegen entscheiden!
Gut zu wissen, dass ich heute wieder eine Entscheidung treffen kann.
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So, weiter geht's. Bin noch nicht 100% wieder im Sattel. Aber es reicht für Abstinenz.
Das Wichsen würde ich gern bleiben lassen. Ist gar nicht so einfach. Bisher bin ich immer mit dem Gedanken durch sie Welt gegangen, jeder Mensch würde jeden Tag onanieren. Aber vermutlich stimmt das überhaupt nicht. Es ist einfach eine Gewohnheit geworden die jetzt, Jahrzehnte später nicht einfach so abzulegen ist. Keine Ahnung, ob da die radikale Variante gut ist oder eher ein langsames Ausschleichen.
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einfach ausprobieren, würde ich sagen.
Ich hab gute Erfahrungen mit der "radikalen" Variante" gemacht.
Glaubenssätze:
1. Die Tür zur Sucht steht immer offen.
2. Ein Rückfall kündigt sich in 99 von 100 Fällen vorher an.
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Ja, ich denke seit einiger Zeit darüber nach. Aber es gelingt mir einfach nicht. Es ist nur noch Abends vor dem Schlafen. Wie ein Ritual. Es stört mich gar nicht mehr so sehr. Aber, tatsächlich ist das der Zeitpunkt an dem natürlich(?) pornographisches Material in meinen Kopf gelangt und ich auch wieder diese extrem masochistischen Gedanken habe.
Ich kann es immer noch nicht beurteilen wie weit das meins ist und wie weit es eingepflanzt ist.
Es ist gefühlt schon immer da. Aber die Pornos sind auch schon immer Teil meines Lebens.
Schwierige Kiste.
Sicher ist es an der Zeit sich endlich mal selbst aus dem Kreislauf zu befreien. Es ist halt wirklich immer wieder das Gleiche.
Es wäre schön endlich daran etwas zu ändern.
Alleine die Vorstellung immer so weiter zu machen ist schon beängstigend.
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Gestern Abend war es kurzzeitig gefährlich. Die Einsamkeit prasselte urplötzlich auf mich ein wie ein Hagelschauer. Und es war nichts da zum Unterstellen. Da wäre ich fast schwach geworden. Zum Glück ist nichts passiert. Es wäre immer noch so einfach gewesen. Das zeigt mir wieder wie fragil das ganze Gebäude der Abstinenz noch ist.
Das Absurde ist ja auch, dass jeder das Suchtmittel permanent zur Verfügung hat. Beim Alkohol muss ich zumindest noch in den Supermarkt gehen. Bei Pornos öffne ich den Laptop, zwei, drei Klicks und schon liegen mir alle Suchtmittel offen zu Tage. Wirklich absolut wahnsinnig. Ich könnte den ganzen Tag wichsen ohne das irgend jemand überhaupt irgendwas mitbekommen würde.
Naja, die Reise geht weiter.

Edit: Ein Gedankengang Bezug nehmend auf den Weggang eines Nutzers hier. Wann bin ich selbst so weit? Ich bin schon Recht lange in diesem Forum. Habe fast die Abstinenz erreicht. Wie lange werde ich in diesem Forum noch bleiben? 
Wann werde ich erkennen, dass es sich überlebt hat? Ist es überhaupt notwendig, sich löschen zu lassen oder ist es besser den Account ruhen zu lassen? Ich kann ganz schlecht mit Veränderungen umgehen.  Mir selbst die Möglichkeit zu nehmen hier zu schreiben macht mir im Moment noch Angst. Gleichzeitig finde ich es imponierend solch einen Schlussstrich zu ziehen. Wobei die Motivlage sicher immer wieder völlig anders ist.
Und ein neuer Account ist ja auch immer wieder schnell erstellt Cool.
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So, es geht mir wesentlich besser. Die depressiven Gedanken sind immer noch da. Aber ich weiß dass sie auch wieder gehen werden. Gedanken an Pornos sind überhaupt nicht vorhanden momentan. Es begrenzt sich im Moment nur noch auf diese Zeit der Masturbation vor dem Schlafengehen. Da eskaliert dann in meinem Kopf alles. Es ist ein bisschen so wie bei einem Raucher, der nur noch einmal am Tag raucht und ansonsten komplett rauchfrei ist. Von außen betrachtet völlig absurd und unverständlich. Wieso lässt er nicht einfach diese eine letzte Kippe auch noch weg? Kann doch nicht so schwer sein?
In dem Dilemma befinde ich mich gerade. Im Wesentlichen spielt Pornographie keine Rolle mehr in meinem Leben. Nur noch da, ganz kurz. Und dann lebe ich in meinem Kopf wieder den gesamten masochistischen
Film ab, vielleicht weil ich mir gar nicht vorstellen kann dass ich für einen anderen Menschen sexuell attraktiv sein könnte. Sondern nur in dieser Konstellation (in der ich benutzt werde) überhaupt Zugang zu Sexualität bekomme.
Ich bin kurz davor, diese Art der Masturbation ebenfalls fallen zu lassen. Kann es nicht richtig erklären wieso. Aber ich merke es, wie ich mich gedanklich darauf vorbereite. Wie man sich auf eine lange Reise richtig vorbereitet.
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Tag ist geschafft. Morgen beginnt die neue Woche mit all den Herausforderungen.
Hätte mir ein Mensch letztes Jahr gesagt, dass ich in meinem Leben einen pornofreien Zustand wieder erreichen kann hätte ich ihn ausgelacht.
Es war so sehr "Bestandteil" von mir. Ich bin wirklich dankbar dafür endlich diese Reise antreten zu dürfen. Und auch wenn es fünf vor zwölf war, ist es noch nicht zu spät um "nachzureifen" und Sexualität wieder zu erleben wie es gedacht ist. Mit anderen Menschen zusammen, ohne Pornos, ohne völlig überdrehte Ideen im Kopf.
Ich freue mich darauf jeden Tag ein wenig mehr in diese Richtung zu gehen.
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