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Ich hoffe auf Hilfe und Infos
#1
Sad 
Hallo,

Ich lese schon länger als Gast hier und bin froh dieses Forum gefunden zu haben.
Zu mir, ich bin 39 Jahre alt und seit gut 2,5 Jahren mit meinem Partner (49 Jahre) zusammen.
Kennengelernt haben wir uns in einer Selbsthilfegruppe, wir sind beide trockene Alkoholiker.
Hier erwähnte er mal er habe Probleme mit Pornos, was sich aber am Anfang in unserer Beziehung nur kurz bemerkbar machte durch eine erektionsstörung. Es lief über 2,5 Jahre echt gut, auch Sex und Nähe waren vorhanden. Irgendwann hat er sich emotional immer mehr entfernt. Ich habe immer mehr nachgefragt er war nur genervt, sagte ich bilde mir das ein, wäre verrückt und ich hätte mich so geändert. Letzendlich habe ich ihn dann in einem Streit raus geschmissen. Kurz danach haben wir geredet und er meinte, dass Pornos leider wieder mehr Rolle in seinem Leben spielen würde. Er aber daran arbeiten möchte. Soweit so gut. Schnell lief es wieder nicht so gut, dann hatte er Corona und war auch so länger daheim. Dann wieder arbeiten, aber nur kurz. Immer wieder lügen usw. Als er bei der letzten AU richtig sauer war, als ich sagte er wolle doch noch was im Haushalt tun bei mir( wir haben getrennte Wohnungen, aber eigentlich wohnt er schon bei mir seit langem) ist er regelrecht ausgerastet, dass man jetzt nichtmal nach Hause fahren kann und seine Ruhe her müssen kann. Da war mir klar was abgeht, aber er leugnete alles.
Vor ein paar Wochen dann das Geständnis. Er war schon 2 Tage daheim, dass er mich da angelogen hat, hatte ich schon gemerkt. Und teilte mir Dienstag spätabends mit, dass er schon seit gestern Mittag daheim ist und er die Zeit vor dem Rechner verbracht hat. Er jetzt aber ganz sicher weiß, dass er pornosüchtig ist und er was daran ändern möchte. Die Sucht besteht schon seit der Jugend eigentlich. Wirklich exzessiv ist es nach der Entgiftung vom Alkohol geworden. Also vor ca 15 Jahren.
Seitdem streiten wir nur noch, er beleidigt mich, ich wäre schuld daran, weil er ja gefrustet war im Bett. Und deswegen in seine pornowelt geflüchtet ist. Dann sind es andere ausreden. Aber leider merke ich hier nicht, außer die Worte die er sagt, dass er wirklich was ändern möchte. Seinen Laptop habe ich in Verwahrung. Handy ist offen und wird auch genutzt. Angeblich nie in meiner Wohnung, aber letzendlich weiß ich das ja nicht. Mein ganzes Leben steht Kopf, ich fühle mich so schuldig und traurig und Hässlich. Mir Nähe zukommen lassen geht nicht, er kann nichtmal deutlich sagen, dass er die Beziehung noch will, aber Pornos gehen und ständig die Vorwürfe, dass ich ja schlechte Laune habe und keinen Grund dafür hätte. Usw usw
Das war einmal in Kurzform meine Geschichte. Ich hoffe auf Unterstützung und Austausch

HexeJenny
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#2
Hallo Jenny,

ich schreibe dir jetzt mal, obwohl ich denke, dass du ein paar Dinge längst weißt. Er hat die eine Sucht gegen die andere getauscht, bzw. wieder intensiviert. Entzug war das also nicht wirklich.

Dass er wegen dir und weil er gefrustet war in die Pornowelt geflüchtet wäre, das mag er glauben, aber du bist sicherlich nicht der Grund!
Leider vergleichen manche Süchtige ihre Partnerinnen mit den Pornodarstellerinnen und sehen nicht, dass diese Scheinwelt nichts mit dem richtigen Leben zu tun hat. Keine reale Frau kann mit der Pornowelt mithalten. Wirklich keine! Egal, wie sie aussieht. Süchtige brauchen mit der Zeit immer mehr an "Stoff". Immer mehr verschiedene Bilder, immer wieder andere Szenen. Es liegt nicht an dir!

Wieso verwahrst du seinen Laptop? Das nützt überhaupt nichts, so lange er ein Handy und eine eigene Wohnung hat. Und es ist ja nun wirklich egal, ob er bei dir in der Wohnung oder wo er. Die Tatsache dass zählt doch.

Was soll man dir raten? Wenn keine Einsicht eines Süchtigen da ist? Du weißt es doch aus eigener Erfahrung, dass man nichts machen kann, wenn ein Süchtiger nicht will.

Liebe Grüße
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#3
Hey Jenny, für mich war der erste Gedanke beim Lesen "Was tut Jenny in dieser Situation für sich?" Mir kommen Süchtige (wenn sie noch nicht ganz in der Sucht verloren sind) wie Kinder vor, die einfach mit "ich will ich will ich will" argumentieren... Kaum dass sie merken, dass die Eltern aber etwas eigenes tun, und nicht nur auf sie fokussiert sind, müssen sie anfangen nachzudenken.... deine Gesundheit ist aus meiner Sicht in der Situation das wichtigste, dass er nicht auf die herumreitet.... und vielleicht etwas kapiert.....alles gute!
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#4
Vielen lieben Dank für die Antworten.
Ich lese viel und informiere mich. Einfach um mehr zu verstehen und am Ende auch sagen zu können, was ziehe ich daraus und wie gehe ich damit um.
Alleine durch das Forum habe ich gemerkt, dass es noch viel komplexer und schwieriger ist als ich eh schon wusste/ dachte.
Für mich selber tu ich gerade im Moment nicht soviel. Durch Fortbildung, neben dem Beruf und einem stark auffälligen Kind mit behindertenstatus ist seit gestern noch mein Auto kaputt. Irgendwie kommt gerade einfach mal alles zusammen und die eh schon so wenige Zeit wird noch weniger. Das einzige was ich gerade wirklich für mich tu, ist jeden Samstag zur Selbsthilfe gehen.
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